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Historischer Überblick

GEOGRAPHISCHE LAGE

Kagga Kamma liegt im Swartruggens-Gebiet, dem südöstlichen Ausläufer der Cedarberge. Die Swartruggens-Hochebene grenzt im Osten an die trockene Ceres Karoo (Halbwüste).Cederberg

Die geologische Ähnlichkeit des Swartruggens-Gebietes mit den Cedar-Bergen erkennt man an den typisch rotbraunen verwitterten Sandsteinformationen, sowie auch an den Pflanzen, einer trockenen Gebirgsvariation von ”Fynbos” (einheimische Westkap-Vegetation). Es gibt fast keine Bäume, sondern hauptsächlich Sträucher mit interessanten volkstümlichen Namen wie Khakibusch, Rhinozerosbusch, Schneebusch, Wolfdorn, Zähbusch und Schildkrötenbeere. Proteengattungen, die charakteristisch für die Kapberge sind, gibt es weniger in dem trockenen Swartruggens-Gebiet. Man findet sie jedoch in einigen höheren Lagen.

AUFBAU UND ENTWICKLUNG DER KAGGA KAMMA PRIVATE GAME RESERVE

Willie de Waal, Pieter de Waal und Pieter Loubser kauften 1986 Kagga Kamma und drei angrenzende Farmen von insgesamt ca. 15.000 Hektar. Die Schönheit der Natur und die Abgeschiedenheit dieser Gegend beeindruckten die neuen Eigentümer sehr. 1987 bauten sie ein Häuschen aus Stein, um Freunde in Kagga Kamma einladen zu können. Bald erkannten sie jedoch das Entwicklungspotential. Sie wollten diese einmalige Gegend mit anderen teilen und auch der Nachwelt erhalten. So kam es, dass sie sich 1988 entschlossen aus Kagga Kamma einen Wildpark zu machen. Nun gab es natürlich verschiedene logistische Probleme. Es gab keine guten Fahrwege und eine Strecke von ca. 20 km musste gebaut werden. Ebenso schwierig war es, Wasser zu finden. Nachdem beim zehnten Bohrloch immer noch kein Wasser erreicht war, da die pneumatischen Bohrer nicht tiefer als 30 m in den massiven Fels vordringen konnten, kaufte man auch noch die direkt im Süden angrenzende Farm ”Grootvlei”, die Wasser bester Qualität hatte. Über 8 km Wasserleitungen wurden nach Kagga Kamma verlegt.

Im Jahr 1989 wurden die ersten Antilopen wieder eingeführt und die ersten Ferienhäuser (Chalets) gebaut.

TIER- UND VOGELWELT

Auf Kagga Kamma gibt es eine große Vielfalt wilder Tiere. Am häufigsten sieht man Burchell-Zebra und verschiedene Antilopen, u.a. Elenantilopen, die größte afrikanische Antilopenart, die ein Gewicht von 800 kg erreichen kann, Säbelantilopen, Kudus, Weiß-Schwanzgnus, Streifengnus und Buntböcke, sowie auch die kleineren Springböcke, Rehböcke, Kapgrauböcke, Ducker, Klippspringer und Steinböckchen.

ShrewZu den kleineren Tieren zählen der Kapklippschliefer, die Fuchsmanguste, der Felsenhase, der Kaphase und der gestreifte Iltis. Einige Tiere sieht man selten, entweder weil sie nachtaktiv oder sehr scheu sind. Hierzu gehören der Erdwolf, der Luchs, das Erdferkel, der Schabrackenschakal, der Wüstenluchs und das Kapstachelschwein. Der Leopard ist der einzige größere Fleischfresser, der sicherlich die Ruhe und Sicherheit im westlichen Teil des Canyons bevorzugt, jedoch einige Gebiete in Kagga Kamma gehören zu seinem Revier.

Es gibt auch viele Vögel in dieser Gegend. Auf der offenen Ebene sieht man größere Vögel, wie Strauß, Sekretärvogel, Koritrappe, während in der Nähe der Gebäude weniger scheue Vogelarten anzutreffen sind, wie Kaprötel, Kapsperling, Kapbülbül und Haussperling. Im Winter und Frühjahr ziehen die Wasserlachen Wasservögel an, wie Nilgans, Rotschnabelente, Schwarzente und Graukopfrostgans. Felsenadler sieht man machmal hoch am Himmel schweben, während die allgegenwärtigen Guineatauben in der Nähe von Felsausläufern, wo sie gerne nisten, gesehen und gehört werden. Zu den typischen Lauten im Freien in Kagga Kamma zählen die der lärmenden Gackeltrappe und des Namaflughahnes, mit seinem markanten Ruf ”Kelkiewyn” (Gläschen Wein): Die passende Erinnerung, dass es Zeit für den Dämmerschoppen wird.

DIE ”SAN” – DIE BUSCHMÄNNER UND IHR KULTURELLES ERBE

Die Attraktionen von Kagga Kamma sind die unendliche Weite der Landschaft mit ihren ungewöhnlichen Felsformationen, der majestätische Canyon, die vielfältige Tierwelt und die unberührte Natur. Zur Einzigartigkeit und zum einmaligen Genuss eines Besuches von Kagga Kamma trägt jedoch ohne jeden Zweifel die menschliche Vergangenheit bei, die in der Kunst der Felsmalerei ihren Ausdruck findet. Obwohl ihre Felsenkunst immer noch auf Kagga Kamma und an vielen anderen Plätzen erhalten ist, sind die Buschmänner der südwestlichen Kap-Provinz mehr als 2 Jahrhunderte ausgestorben.

Die kleinen Gruppen der Buschmänner, die sich aus mehreren Familienverbänden zusammensetzen, bestehen aus 10 – 30 Mitgliedern, oft durch Blutbande oder Ehe verwandt. Diese Gruppen oder Verbände halten sich gewöhnlich in bestimmten Gebieten auf. Sie verändern sich jedoch, wenn Verwandte oder Freunde sich vorübergehend bei anderen Gruppen anschließen. Durch solche Besuche werden Verbindungen gestärkt. Dieses Verhalten unterstützt auch die ökologische Anpassung, indem diese Menschen Nahrungs- und Wasser-Reserven in anderen Gebieten nutzen.

Obwohl Buschmänner dafür bekannt sind, dass sie mit Giftpfeilen und Bogen jagen, ernähren sie sich hauptsächlich von Pflanzen. In der nördlichen Kalahari nutzen die Buschmänner mehr als 100 Pflanzenarten. Es gibt weniger essbare Pflanzen in dem trockeneren Süden der Kalahari, aber auch dort sind Pflanzen wie die Tsamamelone und die Gemsbokgurke von ausschlaggebender Bedeutung für das Überleben der Buschmänner. Sie sind nicht nur als Nahrungsquelle wichtig, sondern sind manchmal über längere Zeit die einzigen Flüssigkeitsspender, da es in manchen Gebieten der Kalahariwüste nur in der relativ kurzen Regenzeit stehendes Wasser gibt.

Da die Frauen im allgemeinen die Sammler der pflanzlichen Nahrung sind, sind sie im eigentlichen Sinne die Ernährer. Das Jagen spielt dennoch eine große Rolle, da Fleisch eine sehr begehrte Nahrung ist. Die Männer sind also ständig gezwungen, auf die Jagd zu gehen. Hierzu schließen sich kleine Gruppen zusammen, die frische Spuren suchen, denen sie dann folgen. Da die Pfeile der Buschmänner sehr leicht und dünn sind, muss der Jäger sehr nahe am Tier sein, bevor er den Pfeil abschießt. Danach verlässt man sich auf das Gift im Pfeil zur Tötung des Tieres. Die Buschmänner der Kalahari gebrauchen meistens die Puppen von gewissen Käfern der
Chrysomelldae – Familie, obgleich die Buschmänner der Kap-Provinz in früheren Zeiten auch Pflanzen- und Schlangengifte einsetzten.

Im Gegensatz zu der allgemeinen Auffassung, jagen Buschmänner nicht so oft größere Antilopen, sondern öfter kleinere Tiere wie Ducker und Steinböckchen, sowie auch ”buddelnde” Tiere wie Springhase und Stachelschwein, die in einem Bau leben. Es ist Sitte, dass das Fleisch von größeren Tieren mit anderen geteilt werden muss. Hierdurch werden nicht nur die menschlichen Beziehungen gestärkt, sondern es ist auch eine Art Versicherungspolice – keiner darf hungern, wenn andere Essen im Überfluss haben. Die Schwiegereltern des Jägers bekommen meistens als erste ihren Anteil. Diese Verpflichtung ist Teil der Brautsitte, die für eine gewissen Zeit nach der Eheschließung vom Bräutigam eingehalten werden muss.

Die Lebensgrundlage der Buschmänner von Kagga Kamma in früheren Zeiten war sicherlich ganz ähnlich wie die der Buschmänner im nordwestlichen Cedarberg-Gebiet. In dieser Gegend lebten die Buschmänner von einer pflanzlichen Mischkost, vor allem von Knollen der Irisfamilie (einschließlich Watsonia, Babiana, Homeria und Moreae), sowie auch von verschiedenen Früchten und Beeren und dem Fleisch von Tieren wie Klippschliefer, Schildkröten, Steinböckchen und Klippspringer. Es ist interessant, dass die Buschmänner der nördlichen Cedarberge wahrscheinlich zu bestimmten Jahreszeiten zur Westküste migriert sind. Man vermutet, dass sie sich in den Frühlings- und Sommermonaten gut in den Bergen ernähren konnten, wo um diese Jahreszeiten die Nahrungsquellen am üppigsten waren. In den Wintermonaten zogen sie dann an die Küste, wo sie sich von Muscheln, Napfschnecken, Fischen, Langusten, Seevögeln usw. ernährten.

Die Entfernung zum Meer war wahrscheinlich so groß, dass die früheren ”Kagga Kamma”-Buschmänner nicht jedes Jahr ans Meer zogen. Da sie am Rande von Ceres und der Großen Karoo, also direkt im Osten lebten, ist es wahrscheinlich, dass sie saisonbedingt ostwärts in Gebiete zogen, wo sie Antilopen der Ebenen wie Springbock gejagt und andere Nahrungsquellen dieser Gegend genutzt haben.

FELSMALEREI

Auf Kagga Kamma findet man Felsmalereien an etlichen Stellen. Manche sind in ganz besonders gutem Zustand und hochinteressant. Die Malereien legen Zeugnis von Tieren und Menschen ab, die in dieser Gegend in historischer und prähistorischer Zeit gelebt haben. So wissen wir, dass es Elefanten und andere Tiere hier gegeben hat, die jetzt ausgestorben sind. Von den Malereien erfahren wir aber auch etwas über die Menschen, die hier gelebt haben. Mit diesem faszinierenden Thema befassen wir uns nun wieder.

Die meisten der Höhlen- und Felsmalereien der Westkap-Provinz werden den Buschmännern zugeschrieben. Es ist schwierig, das Alter von Felsmalereien genau zu bestimmen. Wir wissen jedoch, dass die Tradition der Felsmalerei im südlichen Afrika uralt ist, da man durch die Radiokarbonmethode hat feststellen können, dass eine bemalte Steinplatte aus dem südlichen Namibia etwa 26.000 Jahre alt ist – die Buschmann-Malereien wurden also zeitlich gleich gesetzt wie europäische Höhlenmalereien. Im Gegensatz zu Europa, führten die Buschmänner ihre Felsmalereien über die Jahrtausende weiter bis zum letzten Jahrhundert, da Schiffe, Ochsenwagen und berittene Soldaten jeder historischen Epoche abgebildet sind.

Das Alter der Kagga Kamma Felsmalereien könnte daher zwischen einhundert und einigen tausend Jahren liegen. Was die Sache noch schwieriger macht, ist die Tatsache, dass manche Malereien später übermalt wurden. Viele Malereien sind auch leider mit den Jahren verblasst, besonders die, welche der Unbill der Witterung ausgesetzt waren, da manche Farben, wie weiß schneller dazu neigen, zu verblassen als andere.

Die Farben wurden meist aus Erdfarben hergestellt. Die Rot- und Braun-Töne, die am häufigsten vorkommen, sind gewöhnlich aus Eisenoxid. Weiß könnte von Ton, Zinkoxid, Kaolin usw. stammen, während Holzkohle oft für schwarz verwendet wurde.

Die Darstellungen von Menschen und Tieren dominieren in Felsmalereien. Dies erscheint selbstverständlich, da Tiere in einer Gesellschaft der Jäger und Sammler von großer Bedeutung sind. Es besteht jedoch auch noch eine tiefsinnigere, symbolische Verbindung zwischen den Menschen und der Felsenkunst und diese bildet die Grundlage zur Erkennung des tieferen Sinnes der Felsmalereien.

PaintingsIn Südafrika gibt es tausende Felsmalereien. Wir können natürlich nicht in allen Fällen mit Bestimmtheit die Motivation der einzelnen Künstler feststellen. Im großen und ganzen ist man jedoch heute der Meinung, dass viele Fels- und Höhlenmalereien eng verbunden sind mit dem religiösen Glauben und den Sitten der Buschmänner. Wie auch heute noch unter den in der Kalahari lebenden Buschmännern scheint der Heiltanz in Trance bei den früheren Buschmännern ebenfalls das wichtigste Gruppenritual gewesen zu sein. Während dieser Tänze, begleitet vom rhythmischen Singen und Händeklatschen der Frauen, tanzten einige Männer, die manchmal als “Schamanen” bezeichnet wurden, solange bis sie in Trance fielen. Der Buschmann von heute glaubt, dass Männer im Trancezustand Zugang zur Geisterwelt haben - der Hauptquelle von Krankheiten. Durch diesen Kontakt mit den Geistern werden sie zu fähigeren Heilern der Kranken.

Viele Malereien sollen durch die halluzinatorischen Erfahrungen der Männer in diesem veränderten Bewusstseinszustand des Trancetanzes entstanden sein. Typische Merkmale hierfür sind Nasenbluten (assoziiert mit Trancezuständen), abnormal verlängerte Gestalten und Gestalten mit nach hinten ausgestreckten Armen, die ein Fluchtgefühl darstellen.

Während eines Trancetanzes wird die übernatürliche Kraft, welche die Medizinmänner besitzen, noch durch die erzeugte Wärme aktiviert und diese Kraft wird eingesetzt beim rituellen Heilen. In manchen Tieren ist diese Kraft auch zu finden, insbesondere in Elenantilopen und sie kann zum Wohle der Buschmanngemeinde genutzt werden. Dies erklärt warum es so viele gemalte Szenen gibt, in denen Elenantilopen zusammen mit Medizinmännern im Trancezustand abgebildet sind.

Die Kunst der Felsmalerei hat daher viel mehr Bedeutung als “Farbtupfer” auf einem Stück Fels. Sie ist der Schlüssel in die Vergangenheit, sie gibt uns Einblick in das Funktionieren eines ausgestorbenen Kultursystems. Als solches verdienen die Malereien unsere Bewunderung und Achtung.

Die Besitzer von Kagga Kamma sind stolz darauf, dass sie durch die Kombination des echten Erlebnisses von Pflanzen und Tieren in unberührter Natur mit der Förderung der einheimischen Kultur, sie die ersten im Westkap-Gebiet waren, die Ökotourismus im wahrsten Sinne des Wortes praktizieren.

UNSERE VISION

Durch die nachhaltige Nutzung der natürlichen und kulturellen Ressourcen im Sinne des Ökotourismus bemüht man sich auf Kagga Kamma sehr darum, den ursprünglichen Zustand dieser Gegend, so wie sie vor Jahrhunderten war, wieder herzustellen.


 
 
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Kagga Kamma Privater Wildpark
Email: info@kaggakamma.co.za Tel: +27 21 872 4343   Fax: +27 21 872 4524
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